Originaltikel

 

Ellis, T., James, J.D., Stewart, C., Scott, A.P., 2004. A non-invasive stress assay based upon measurement of free cortisol released into the water by rainbow trout. J. Fish Biol. 65, 1233-1252. (abstract)


 

weiterführende Literatur


Scott, A.P., Ellis, T., 2007. Measurement of fish steroids in water - a review. Gen. Comp. Endocrinol. 153, 392-400. (abstract)
(In diesem Übersichtsartikel werden offene Fragen zur Methode der Stressmessung über das Wasser diskutiert und beantwortet.)

Scott, A.P., Hirschenhauser, K., Bender, N., Oliveira, R., Earley, R.L., Sebire, M., Ellis, T., Pavlidis, M., Hubbard, P.C., Huertas, M., Canario, A., 2008. Non-invasive measurement of steroids in fish-holding water: important considerations when applying the procedure to behaviour studies. Behaviour 145, 1307-1328. (abstract)

Fisch-Bibliothek 2004
 

Stressmessung mittels Wasserproben

Als Indikator für Stress wird häufig der Blutspiegel des Steroidhormons Cortisol gemessen. Dies ist jedoch eine invasive Methode, bei der die Fische meist getötet werden müssen. Als eine nicht-invasive Alternative dazu bietet sich an, das Wasser zu analysieren, in dem die Fische leben. Bisherige Untersuchungen haben nämlich gezeigt, dass Fische Steroide via Urin, Galle und Kiemen ins Wasser abgeben. Stresshormone gehören auch zu den Steroiden.

Die Autoren dieser Studie haben bei Regenbogenforellen (Oncorhynchus mykiss) festgestellt, dass die Stresshormone Cortisol und Cortison mit einer robusten Methode in Wasserproben nachgewiesen werden können. Die Analyse zeigte, dass die Konzentrationen von Cortisol und Cortison durch die vorgenommene Stressbehandlung anstiegen. Weiter hat sich gezeigt, dass das Cortisol stabiler ist als Cortison und besser analysiert werden kann. Der zeitliche Verlauf der Cortisolkonzentrationen im Wasser und die Freisetzungsrate waren denjenigen des Cortisols im Blut sehr ähnlich.

Die neu evaluierte Methode hat mehrere Vorteile: 1. Das Cortisol kommt direkt von den Kiemen (keine Zwischenstoffe). 2. Die Fische werden bei der Probennahme nicht gestört und gestresst. 3. Die Fische müssen nicht getötet werden und 4. können so in weiteren Versuchen eingesetzt werden, was die Anzahl eingesetzter Fische reduziert. 5. Es können auch kleine Fische auf Stress untersucht werden, die zu klein sind für eine Blutentnahme. Der Nachteil ist, dass nicht das Cortisol eines einzelnen Fisches gemessen wird, sondern das der ganzen Gruppe, die sich im Aquarium befindet. Des weiteren ist die Freisetzungsrate von Cortisol ins Wasser nicht nur abhängig von der Cortisolkonzentration im Blut, sondern auch von der Passage von Cortisol durch die Kiemen. Diese wiederum wird durch Faktoren wie die Kiemenoberfläche oder die Durchlässigkeit beeinflusst. Diese und weitere Aspekte müssen beachtet werden und die Methode bedarf der Verfeinerung. Sie ist aber eine wertvolle Alternative zur invasiven Methode der Cortisolbestimmung über das Blut.

 

Autoren: T. Ellis, J.D. James, C. Stewart, A.P. Scott

 

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