Originalartikel

Artikel zu den Purpurkopfbarben, Ceylonbarben, Ceylon-Längsbandbarben:

 

Desilva, S.S., Kortmulder, K., 1976. Some Aspects of Biology of 3 Species of Puntius-(= Barbus)-(Pisces, Cyprinidae), Endemic to Sri-Lanka. Neth. J. Zool. 27, 182-194. (abstract)

 

Desilva, K., Somarathna, R.M.D., 1993. Food selection of 2 concurring carplets Barbus cumingi and Barbus nigrofasciatus (Osteichthyes, Cyprinidae) in a mountain stream of Sri Lanka. Neth. J. Zool. 43, 296-305. (abstract)

 

 

 

Artikel zu den Bitterlingsbarben und Zweifleckbarben:

 

Desilva, S.S., Kortmulder, K., Wijeyaratne, M.J.S., 1976. Comparative study of food and feeding habits of Puntius bimaculatus and Puntius titteya (Pisces, Cyprinidae). Neth. J. Zool. 27, 253-263. (abstract)

Fisch-Bibliothek
 

Was Sri Lankas Barben gerne fressen

In den Flüssen Sri Lankas leben viele Cypriniden-Arten, von den viele als Zierfische bekannt sind; es sind meist kleinere Arten, die sich vegetarisch ernähren oder Allesfresser sind. Die wenigen Freilanduntersuchungen über diverse Barbenarten (Puntius oder Barbus spp.) zum natürlichen Lebensraum, zu den Ernährungsgewohnheiten, Sozial- und Fortpflanzungsverhalten geben interessante Einblicke ins arttypische Verhalten. Viele der Arten leben sympatrisch, d.h. sie kommen im gleichen Lebensraum vor und ihre Verbreitungsgebiete überlappen sich.

 

Die genauer untersuchten Purpurkopfbarben (Puntius nigrofasciatus) , Ceylonbarben (Puntius cumingi), Ceylon-Längsbandbarben (Puntius pleurotaenia) kamen in den flachen Bereichen von langsam fliessenden, strömungsarmen Flüssen und Bächen vor. Die Ceylon-Längsbarben hielten sich eher im unteren Bereich (0.5 – 1.5m) der Gewässer auf, wo sie häufig mit Schlankbärblingen (Rasbora daniconius) assoziiert waren. Die Purpurkopfbarben bevorzugten den Uferbereich, P. cumingi und P. pleurotaenia eher die Mitte der Gewässer. Alle drei Arten mieden meist direkt von der Sonne beschienene Abschnitte der Gewässer, mit Ausnahme der Purpurkopfbarben während der Paarung. Speziell erwähnt wird, dass die Ceylon-Längsbarben sehr aktiv und schnelle Schwimmer waren.

 

Alle drei Arten knabberten Algen von Steinen, verfallendem Holz und Sandpartikeln. Die Nahrungsanalysen zeigten, dass alle drei Arten sich vor allem von Diatomeen (Kieselalgen) sowie Grünalgen und zu einem kleineren Anteil von tierischer Nahrung wie Kleinkrebse ernähren. Blaualgen (Cyanobakterien) wurden eher gemieden. Interessant ist auch der beachtliche Anteil von Detritus (zerfallende organische Substanz) und Sand in der Nahrung, wobei fraglich ist, ob sie diese Nahrung gezielt oder zufällig durch das Abraspeln der Algen mit aufnehmen. Purpurkopfbarben und Ceylonbarben frassen mit zunehmender Grösse vermehrt Diatomeen.

 

Das gefundene Geschlechterverhältnis war 1:1, die Geschlechtsreife erreichten alle Arten bei etwa der Hälfte der maximalen Körpergrösse relativ früh in der Entwicklung. Dies deutet darauf hin, dass diese Arten nicht sehr lange leben. Die Purpurkopfbarben hatten mehrere Laichperioden pro Jahr und während dieser Perioden laichten sie wiederholt ab. Die Laichzeit von P. cumingi und P. pleurotaenia schien abhängiger von der Saison zu sein.

 

 

Auch Bitterlingsbarbe (Puntius titteya) und Zweifleckbarben (Puntius bimaculatus) kommen in Sri Lanka vor und leben sympatrisch. Beide Arten leben in kleinen, sehr langsam fliessenden Bächen, die in kleine Flüsse münden, wobei die Zweifleckbarben vor allem in den kleinen Bächen gefunden wurden. Die Tiefe der Bäche und Teiche massen 4 – 35cm, der Bodengrund war schlammig und steinig. Struktur gaben auch zerfallende Borken und Zweige. Beide Arten gründelten im Substrat und bewegten sich in losen Schwärmen, in denen sie sich auch mixten. Zudem mieden sie Bereiche mit direkter Sonneneinstrahlung. Die Zweifleckbarben ernährten sich vor allem von Grünalgen und Detritus (zerfallende organische Substanz), während Bitterlingsbarben vor allem Detritus und tierische Nahrung frassen. Bei beiden Arten wurde Detritus als Nahrung mit zunehmender Grösse wichtiger. Interessant sind die anatomischen Anpassungen an die Diät, die mit zunehmendem Anteil an Detritus auch mehr unverdauliche Nahrung enthält: Die Darmlänge der Zweifleckbarben nimmt mit zunehmender Körpergrösse zu, trotzdem ist sie kürzer verglichen mit anderen Cypriniden, die sich ähnlich ernähren. Dafür haben die Zweifleckbarben speziell gezähnte Kiemenreusen, die möglicherweise helfen, die unverdaulichen Teile herauszufiltern.

 

Autoren: S.S. Desilva, K. Kortmulder, R.M.D Somarathna, M.J.S. Wijeyaratne

 

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