Faszinierende Lebensformen

Karibischer Riffhai (© Albert kok, cc by-sa 3.0)
Gelbbrauner Kofferfisch (© K. von Wattenwyl)
Groppe (© D. Hegglin - swild.ch)
 

Literatur

Holm, Patricia (2010). Faszinierende Fische. Biologie, Bedeutung und Zukunft. Haupt Verlag.

Fischbiologie
 

Fische - hoch entwickelte Kreaturen

Fische sind eine äusserst vielfältige Gruppe von Wirbeltieren. Sie leben im Wasser, atmen durch Kiemen, tragen häufig ein schillerndes Schuppenkleid und bewegen sich mit kräftigen Flossen fort. Im Verlaufe der Fischevolution hat sich eine bemerkenswerte Diversität an Formen, Farben und Grössen sowie sozialen Lebensweisen entwickelt.

 

Vielfältige Lebensweisen und Anpassungen

Das Sozialleben der Fische ist sehr unterschiedlich organisiert. Die einen Arten leben solitär, andere in Paarbindungen, viele in Gruppen oder Schwärmen. Das Paarungsverhalten kann sehr differenziert sein. Bei den meisten Arten schlüpfen die Jungfische aus Eiern; es gibt aber auch Arten (z.B. Haie, Rochen, Zahnkärpflinge, Groppen), die ihre Jungen lebend zu Welt bringen.

 

Auch Brutpflege kommt bei Fischen vor. Fische wachsen lebenslänglich. Das Larvenstadium und der erwachsene Fisch unterscheiden sich teilweise beträchtlich in ihrer Gestalt. Das Leben von Fischen kann von wenigen Wochen bis über 150 Jahre dauern. Fische nutzen Elektrizität zur Orientierung und können Licht erzeugen. Einige Arten produzieren Gifte. Fische sind keineswegs immer stumm, sondern können über Töne kommunizieren.

 

Die Ernährungsweise ist bei Fischen sehr unterschiedlich: die einen lauern ihrer Beute auf, andere gründeln im Bodenschlick, wieder andere durchstreifen ihr Aktivitätsgebiet und picken alles Fressbare auf oder filtrieren Plankton. Es gibt unter Fischen Pflanzen-, Fisch-, Insekten- und Allesfresser.

 

Die enorme Vielfältigkeit zeigt uns auch, dass sich Fische im Verlaufe ihrer Entwicklung an die unterschiedlichsten Bedingungen und Lebensräume angepasst haben.

 

Die Fischwelt - eine Fülle von Sinneseindrücken

Die neuere Forschung vermittelt ein differenziertes Bild vom Fisch, das stark abweicht von der gängien Vorstellung eines stummen, empfindungslosen Tiers mit Dreisekundengedächtnis. Fische sind Lebewesen mit hochentwickeltem, flexiblem Verhalten und unterschiedlichen Fähigkeiten.

 

Das Fischhirn weist Ähnlichkeiten im Aufbau und in den Funktionen mit dem Säugerhirn auf. Auch Fische verfügen über ein Langzeitgedächtnis, können aus Erfahrung lernen und dadurch ihr Verhalten anpassen. Ein gutes räumliches Orientierungsvermögen hilft ihnen, sich in ihrem Lebensraum zurecht zu finden. Das Erkennen von Artgenossen ermöglicht es ihnen, gemeinsam auf die Jagd zu gehen oder Konkurrenten in ihrer Stärke einzuschätzen.

 

Fische sehen Farben, sie hören, riechen, schmecken, tasten nach Futter, sie haben einen Temperatursinn und einen speziellen Ferntastsinn, das Seitenlinienorgan. Mit dessen Hilfe registrieren die Fische schwache Wasserbewegungen und Druckunterschiede. Einige Arten können elektrische Felder wahrnehmen. Die verschiedenen Sinne liefern wichtige Information fürs Überleben.

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