Bunt und gesellig

Messingbarbe, © C. Kistler, swild.ch
Eilandbarbe, unten ein Weibchen, oben ein Männchen © C. Kistler, swild.ch

 

 

 

Lebensraum

Die Bilder zeigen Beispiele vom Lebensraum der Barben Sri Lankas.

Alle Bilder © Gisela Heim.

 

Dieses Video gibt einen Eindruck, wie die natürliche Unterwasserwelt von Barben aussehen kann.

 

 

 

Monographie

Helmut Stallknecht, 1994. Barben und Bärblinge. Tetra Verlag.

 

Literatur Fischbibliothek

Kistler, C., Hegglin, D., Würbel, H., König, B., 2011. Preference for structured environment in zebrafish (Danio rerio) and checker barbs (Puntius oligolepis). Appl. Anim. Behav. Sci. 135, 318-327.

Zusammenfassung Fischbibliothek >>

 

Was Sri Lankas Barben gerne fressen (Desilva et al, 1976, 1976, 1993)

Zusammenfassung Fischbiobliothek >>



 

Literatur

Amarasinghe, U.S., Shirantha, R., Wijeyaratne, M., 2006. Some aspects of ecology of endemic freshwater fishes of Sri Lanka, Fauna of Sri Lanka: Status of Taxonomy, Research and Conservation. The World Conservation Union, Colombo, Sri Lanka, and Government of Sri Lanka, pp. 113-124. (Buchkapitel)

 

 

 

Literatur Taxonomie

Pethiyagoda, R., Meegaskumbura, M., Maduwage, K., 2012. A synopsis of the South Asian fishes referred to Puntius (Pisces: Cyprinidae). Ichthyological Exploration of Freshwaters 23, 69-95. (Download pdf )

Artportraits Barben
 

Barben (Puntius sp., Pethia sp.) (Kopie 1)

 

Die bei uns in Aquarien gehaltenen Barben sind eine Gruppe von Fischen mit relativ unterschiedlichen Grössen, Formen und Farbmustern. Dank dieser Vielfalt und Buntheit gehören sie zwar zu den häufig gehaltenen Aquarienfischen. Da sie jedoch eine klassische Fischform ohne spezielle Körpermerkmale besitzen, haben sie es nicht ganz an die Spitze der Beliebtheitsskala geschafft. Die Farbentwicklung ist bei Barben teilweise abhängig vom Alter und davon, ob die Fische in Paarungsstimmung sind.

Über 70 Barbenarten werden kommerziell gehandelt. Die Gattungen Puntius bzw. Pethia des tropischen Asiens ist besonders gut vertreten, so zum Beispiel die Purpurkopf- und Ceylonbarbe, die Bitterlings- und Zweifleckbarbe sowie die Sumatra-, Pracht- oder Keilfleckbarbe. Alle Puntius-Arten zeigen artspezifisches Verhalten, dennoch gibt es einige Gemeinsamkeiten.

 

Artportraits

Die Barben Sri Lankas sind relativ gut untersucht, unter anderem da viele von ihnen bedroht sind. Einige davon werden daher in eigenen Portraits noch etwas ausführlicher beschrieben. Auch der Sumatrabarbe ist ein eigenes Protrait gewidmet.

Die Gemeinsamkeiten dieser Barben sind im folgenden allgemeinen Teil beschrieben.

 

Anregungen zur Aquarienhaltung von Barben

Es gibt Aquarienfischarten, die sehr spezielle Bedingungen benötigen (z.B. Brackwasser), andere wiederum tolerieren eine grössere Bandbreite an Haltungsbedingungen. Auch wenn Barben zu den letzteren gehören und gemeinhin als sogenannte "Anfängerfische" gelten: Auch Barben benötigen die sorgfältige Pflege eines gut informierten Tierhalters!

 

Sozialstruktur: Barben gelten als Gruppenfische und sollten in gemischtgeschlechtlichen Gruppen gehalten werden. Aber aufgepasst, geschlechtsreife Barben können durchaus territorial oder dominant gegenüber ihren Artgenossen werden.

 

Gestaltung: Aufgrund der Sozialstruktur sollten Barbengruppen in gut strukturierten Aquarien gehalten werden, die reichlich Schwimmraum bieten und stellenweise dichte Vegetation aufweisen. Eine Möglichkeit ist das Aquarium in Kompartimente zu unterteilen, die unterschiedlich gestaltet werden. So kann man den Fischen eine Umwelt mit vielen Reizen sowie Ausweichmöglichkeiten bei sozialen Interaktionen anbieten.

 

Bodengrund: Barben sind unter anderem Gründler und suchen im Bodengrund nach Nahrung. Das heisst, sie wühlen den Boden auf, was zu leichter Trübung des Aquarienwassers führen kann. Trotzdem sollte immer etwas Mulm am Boden vorhanden sein, in dem sie wühlen können.

 

Fütterung: Wild lebende Barben sind viel und lange mit der Futtersuche beschäftigt. Daher sollte man die tägliche Futterration auf den Tag verteilt anbieten.

 

Bepflanzung: Barben beknabbern gerne Pflanzen. Eine gewisse Toleranz bei der Pflanzenpflege ist also angesagt.


Wasserwechsel: Ein Wasserwechsel in kleineren Aquarien sollte wöchentlich erfolgen.


Weitere Informationen: SDAT Börsenmerkblatt

 

 

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Taxonomie & Verbreitung

Taxonomie

Barben gehören zur Familie der Karpfenfische (Cyprinidae). Die Gattung Puntius, die uns hier interessiert umfasst ca. 120 beschriebene Arten, wobei es noch immer Unsicherheiten bezüglich der Einteilung gibt. Neuere Untersuchungen ergaben, dass die Südasiatische Gattung Puntius in weitere Gattungen aufgeteilt werden müssen. Die hier behandelten Barbenarten werden neu folgendermassen eingeteilt:

 

Gattung Puntius: P. bimaculatus (Zweifleckbarbe), P. titteya (Bitterlingsbarbe)
Gattung Pethia: P. cumingii (Ceylonbarbe), P. nigrofasciatus (Purpurkopfbarbe

Gattung Puntigrus: P. tetrazona (Sumatrabarbe)


Verbreitung
Barben kommen in den tropischen und subtropischen Regionen Afrikas und vor allem Asiens vor. In Europa sind die Barben mit ca. 20 Arten vertreten, z.B. der Flussbarbe (Barbus barbus). Die Arten, die als Aquarienfische gehalten werden, stammen meist aus Süd- und Südostasien.

 

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Lebensraum

Barben besiedeln verschiedenartige natürliche Gewässer. Ihre Lebensräume sind stehende oder fliessende, tiefere oder flache Gewässer oder auch Überschwemmungsgebiete. Das Wasser in den Heimgewässern kann klar oder eher trüb sein. Gemieden werden sehr rasch fliessende Gewässer. Verschiedene Barbenarten können sich denselben Lebensraum teilen.

 

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Ernährung

Barben ernähren sich von pflanzlicher und tierischer Kost. Sie picken Futterstücke von Pflanzen, vom Boden oder schwebende Teile aus dem Wasser auf und gründeln im Bodengrund nach Pflanzenteilen, Algen, Würmern, Mückenlarven und Mikroorganismen. Während des Gründelns nehmen sie häufig Sand auf, den sie dann durch den Mund oder die Kiemen wieder ausspucken. Die essbaren Teile werden geschluckt.

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Sozialleben

Viele Barbenarten leben in kleinen Gruppen. Diese Gruppen verteilen sich im Heimatgewässer auf verschiedene Standorte, abhängig von der Strukturierung des Gewässers. In den Gruppen halten sich die Barben zwar jeweils in der Nähe der Artgenossen auf, aber das Parallelschwimmen, wie man es von den klassischen Fischschwärmen kennt, tritt weniger auf. Das Schwimmen im Schwarm kommt vor allem ausserhalb der Fortpflanzungsperiode vor und wenn Veränderungen in der Umgebung auftreten. Die Futtersuche ist eher eine individuelle Sache.

Fortpflanzung

Die Laichplätze von Barben befinden sich meist an Orten mit wenig Strömung und guter Strukturierung. Bei sympatrisch auftretenden Arten sucht jede Art ihre jeweils eigenen Laichplätze auf. Denn das Werbeverhalten braucht Platz und die Anwesenheit von anderen Arten könnte dieses Verhalten behindern. Zudem ist es wohl ein Mechanismus gegen Laichraub, Hybridisierung mit anderen Arten (sterile Nachkommen) sowie gegen die Futterkonkurrenz zwischen den Larven.

 

Die Barben zeigen verschiedene Verhaltensweisen während der Fortpflanzung. Für die Paarung und das Ablaichen nehmen die Barben typische Körperhaltungen ein. Die Männchen spielen die aktivere Rolle und werben um die Weibchen. Bei vielen Arten werden die Männchen territorial, die sich dann gegenüber den männlichen Konkurrenten aggressiv verhalten. Den Paarungs- bzw. Ablaichort im Territorium wählt das Weibchen.

 

Paarungen können wiederholt über Stunden erfolgen. Es bilden sich aber keine fixen Paare, sondern sowohl das Männchen als auch das Weibchen suchen sich jeweils einen neuen Partner für die weiteren Paarungen. In der Regel gibt es keine Brutpflege, das einzige, was an Fürsorge geschieht, ist die Wahl eines Laichplatzes, der den Jungfischen einen guten Start ins Leben ermöglichen soll.

 

Natürlich gibt es trotz Gemeinsamkeiten eine grosse Bandbreite im Verhalten zwischen den verschiedenen Arten.


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