Bitterlingsbarbe, © Bernat Arlandis, flickr.com (cc 2.0)
Bitterlingsbarben-Männchen, © Bernat Arlandis, flickr.com (cc 2.0)
 
Zweifleckbarbe, © Anandarajkumar, CC BY 3.0
 

Lebensraum

Dieses Video gibt einen Eindruck vom natürlichen Lebenraum der Bitterlingsbarben. Aufnahmen der Fische ab 3:40 .

 

 

Literatur

Sundarabarathy, T.V., Edirisinghe, U., Dematawewa, C.M.B. 2004. Captive breeding and rearing of fry and juveniles of Puntius titteya (Deraniyagala) (Cherry barb), a highly threatened endemic fish in Sri Lanka, Tropical Agricultural Research, v. 16, pp. 137-149. (als pdf abrufbar)

 

Pethiyagoda, R. 1996. Puntius titteya. The IUCN Red List of Threatened Species. Version 2014.3. www.iucnredlist.org

 

De Silva, S., Schut, J., Kortmulder, K., 1985. Reproductive biology of six Barbus species indigenous to Sri Lanka. Environ. Biol. Fish. 12, 201-218. (abstract)

 

Schut, J., Desilva, S.S., Kortmulder, K., 1984. Habitat, associations and competition of 8 Barbus (=Puntius) species (Pisces, Cyprinidae) indigenous to Sri-Lanka. Neth. J. Zool. 34, 159-181. (abstract)


Kortmulder, K., 1981. Etho-Ecology of 17 Barbus Species (Pisces, Cyprinidae). Neth. J. Zool. 32, 144-168. (abstract)

De Silva, S.S., Kortmulder, K., Wijeyaratne, M.J.S., 1977. A comparative study of food and feeding habits fo Puntius bimaculatus and Puntius titteya (Pisces, Cyprinidae). Neth. J. Zool. 27, 253-263. (abstract)

Bitterlings- und Zweifleckbarbe
 

Bitterlingsbarbe und Zweifleckbarbe

Die Bitterlings- und Zweifleckbarben (Puntius titteya, Puntius bimaculatus) erhalten ein gemeinsames Artportrait, weil sie im gleichen Lebensraum vorkommen und einige Ähnlichkeiten aufweisen.

 

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Vorkommen

Die Bitterlingsbarbe kommt in Gewässern der Feuchtgebiete und der hügeligen Zone Sri Lankas vor. Ihr Vorkommen ist endemisch. Gründe für die Bedrohung sind die Verschmutzung des natürlichen Lebensraums und die Abholzung sowie die Entnahme von schön gefärbten Varietäten für den Aquarienfischhandel.

 

Die Zweifleckbarbe kommt sowohl in Sri Lanka als auch in Indien vor. Ihr Vorkommen ist hier endemisch.

 

Beide Barbenarten sind auf der Roten Liste der IUCN als gefährdet (vulnerable) bzw. nicht gefährdet (least concern) eingestuft.

 

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Lebensraum

Die Bitterlings- und Zweifleckbarben Sri Lankas leben in kleinen, sehr langsam fliessenden Bächen und Rinnsalen von max. 1m Breite sowie kleine Tümpeln, die durch die unterschiedliche Bodenstruktur entstehen. Auch kleinere Flüsse werden besiedelt, von den Bitterlingsbarben jedoch seltener. Der Bodengrund ist felsig und mit Schlamm und verrottendem Material (Detritus, Ästen, Rinde) bedeckt.

 

Beide Barbenarten halten sich eher im flachen Bereich der Gewässer (5 – 35cm Tiefe) auf und meiden sonnenbeschienene Abschnitte. Die bevorzugten Aufenthaltsorte befinden sich in der Nähe von Vegetation (abgefallene Blätter, überhängende Ufervegetation), die ihnen Deckung und Verstecke bietet. Die beiden Arten bewegen sich häufig in gemischten Gruppen.

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Ernährung

Ihre Nahrung suchen sich die Fische durch Gründeln im Bodengrund. Kleine Nahrungsstücke werden vom Boden aufgepickt oder von senkrecht stehenden Substraten abgeknabbert.

 

Art der Nahrung

Die Bitterlinsbarbe ist eher der Allesfresser-Typ, die Zweifleckbarbe eher der Pflanzen-Detritusfresser-Typ (Detritus = zerfallene, organische Substanz). Als Nahrung dienen ihnen Detritus, verschiedene Arten von Grünalgen, Kieselalgen und Cyanobakterien sowie tierische Nahrung. 

 

Beide Arten suchen im selben Lebensraum nach Nahrung. Daher ist es wichtig zu erwähnen, dass sich die Arten in der Art der Nahrung, die sie aufnehmen, teilweise unterscheiden. Auch innerhalb der Art gibt es zwischen den Jung- und Altfischen unterschiedliche Vorlieben für Nahrung. Dadurch wird in dem sehr kleinstrukturierten Lebensraum, der ein Ausweichen schwierig macht, Nahrungskonkurrenz vermieden.

 

Bei den Bitterlingsbarben ist Detritus sowohl bei den Jungfischen als auch bei den erwachsenen Fischen die wichtigste Nahrung, bei den jungen Zweifleckbarben sind es Grünalgen, bei den älteren Zweifleckbarben Detritus. Der Anteil an tierischer Nahrung nimmt bei beiden Arten mit zunehmendem Alter der Fische ab (siehe Tabelle).

 

Die grösseren Zweifleckbarben (> 60mm) verlagern ihr Aktivitätsgebiet schliesslich in die kleinen Flüsse, womöglich um der Futterkonkurrenz auszuweichen, da sich in diesem Stadium die Zusammensetzung der Nahrung beider Arten angleicht.

 

Tabelle: Nahrungszusammensetzung nach Grössenklasse und Wichtigkeit
<20mm20-30mm>30mm

Zweifleck-

barbe

1. Grünalgen

2. Detritus

3. tier. Nahrung

1. Grünalgen

2. Detritus

3. Kieselalgen

1. Detritus

2. Grünalgen

3. Kieselalgen

Bitterlings-

barbe

1. Detritus

2. tier. Nahrung

3. Grünalgen

1. Detritus

2. Grünalgen

3. tier. Nahrung

1. Detritus

2. Grünalgen

3. tier. Nahrung

 

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Sozialleben

Beide Arten formen lockere Gruppen, die sich mit anderen Arten vermischen.
Zweifleckbarbenlarven bzw. -jungtiere und erwachsene Individuen halten sich an unterschiedlichen, aber benachbarten Orten auf. Die Larven und Jungfische leben in den Sümpfen der Hügel und hier in Abschnitten mit etwas Strömung. Die erwachsenen Individuen halten sich bevorzugt in den felsigen Flüsschen auf, in welche die sumpfigen Rinnsale münden. Bei den Bitterlingsbarben finden sich Larven, junge und erwachsene Fische am selben Ort.

Fortpflanzung der Bitterlingsbarbe

Die Fortpflanzung erfolgt an Laichplätzen mit guter Deckung und dichter Vegetation. Die Plätze befinden sich bei den bevorzugten Aufenthaltsorten. Das Männchen ist territorial und verteidigt das klar abgegrenzte Territorium gegen andere Männchen.

 

Während der Paarungszeit ist das Männchen rot gefärbt, das Weibchen hingegen bleibt bräunlich mit einer rötlichen Schwanzflosse (Dichromatismus von Männchen und Weibchen). Pro Paarung gibt das Weibchen nur wenige Eier (3-4) ab. Die Eier werden auf die Vegetation platziert. Der Laich wird nicht kontinuierlich, sondern seriell, also wiederholt in bestimmten Zeitabständen, abgegeben. Abgelaicht wird während des ganzen Jahrs. Fixe Ablaichzeiten wurden nicht beobachtet.

 

Es erfolgt keine Brutpflege. Die Larven schlüpfen nach etwa 36-48 Stunden. Innerhalb von zwei Wochen nehmen die Jungefische die rötliche Färbung der Elterntiere an. Die Larven und die Halbwüchsigen mischen sich mit der Elterntiere im bevorzugten Lebensraum. Männliche Bitterlingsbarben scheinen etwas grösser zu werden als die Weibchen.

 

Fortpflanzung der Zweifleckbarben
Da es in den kleinen, felsigen Flüsschen keine geeigneten Laichplätze gibt, wandern die Zweifleckbarben für die Fortpflanzung wieder zu den Sümpfen. Diese Migration erfolgt zur Fortpflanzungszeit täglich kurz vor oder während der Morgendämmerung, wenn der Wasserstand noch hoch ist. Die Laichplätze sind nur während der Regenzeit erreichbar und die Fortpflanzung daher an diese Saison gebunden. Die Laichaktivität ist von März bis Mai und von September bis November, wenn starke Regenfälle auftreten, am höchsten. Die Weibchen sind tendenziell grösser als die Männchen. Es scheint, dass die Weibchen nur während einer kurzen Zeitspanne ablaichen und die Eier jeweils aufs Mal abgeben.

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Anregungen

Siehe die Angaben auf der allgemeinen Seite zu den Barben.