Amphilophus citrinellus, Südamerika
© C. Kistler, fischwissen

Tropheus duboisi, Tanganjikasee
© Manfred Werner

 

Literatur Fischbibliothek

Galhardo, L., Vital, J., Oliveira, R.F., 2011. The role of predictability in the stress response of a cichlid fish. Physiol. Behav. 102, 367-372.

Zusammenfassung Fischbibliothek: Fische können ihre Umgebung beurteilen (2011)


Galhardo, L., Almeida, O., Oliveira, R.F., 2011. Measuring motivation in a cichlid fish: An adaptation of the push-door paradigm. Appl. Anim. Behav. Sci. 130, 60-70.

(Zusammenfassung Fischbibliothek)

Galhardo, L., Almeida, O., Oliveira, R.F., 2009. Preference for the presence of substrate in male cichlid fish: Effects of social dominance and context. Appl. Anim. Behav. Sci. 120, 224-230.

(Zusammenfassung Fischbibliothek)

Galhardo, L., Correia, J., Oliveira, R.F., 2008. The effect of substrate availability on behavioural and physiological indicators of welfare in the African cichlid (Oreochromis mossambicus). Anim. Welfare 17, 239-254.

(Zusammenfassung Fischbibliothek)

 

 

 

Monographien

Wolfgang Staeck, 1982. Handbuch der Cichlidenkunde: Buntbarsche: Arten, Verhaltnsbiologie, Pflege und Zucht. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart.

 

Anton Lamboj, 2004. Die Cichliden des westlichen Afrikas. Birgit Schmettkamp Verlag, Bornheim.

 

Rainer Stawikowski, Uwe Werner, 2004. Die Buntbarsche Amerikas Band 3. Erdfresser, Hecht- u. Kammbuntbarsche. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart.

 

Ingo Koslowski, 2002. Die Buntbarsche Amerkikas. Band 2, Apistogramma & Co. . Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart.

 

Rainer Stawikowkski, Uwe Werner, 1998. Die Buntbarsche Amerkikas. Band 1. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart.

 

 

 

Literatur

Brawand, D. et al., 2014. The genomic substrate for adaptive radiation in African cichlid fish. Nature 513, 375-381. (abstract)

 

Galis, F., Metz, J.A.J., 1998. Why are there so many cichlid species? Trends Ecol. Evol. 13, 1-2. (abstract)

 

 

Artportraits Buntbarsche
 

Buntbarsche (Cichlidae)

Buntbarsche bilden eine ausserordentlich vielfältige Familie. Im Verlaufe der Evolution haben sich verschiedenste Körperformen sowie Farben und Farbmuster entwickelt. Die Vielfalt an Maulformen wiederum deuten auf die unterschiedlichen Ernährungsweisen hin. Mit gegen 2000 Arten ist diese Familie auch anzahlmässig ein Spitzenreiter. 80% dieser Arten kommen in Afrika vor.

 

Die ursprüngliche Verbreitung der Buntbarsche sind die Tropen und Subtropen von Mittelamerika, Südamerika, Afrika mit Madagaskar, Naher Osten, Südindien und Sri Lanka.

 

Buntbarsche sind zumeist Bewohner der unteren Wasserschichten, das heisst, sie halten sich bevorzugt im bodennahen Bereich langsam fliessender oder stehender Gewässer auf. Einige wenige Arten leben als Bodenfische mit speziellen Anpassungen (z.B. fehlende Schwimmblase, Blindheit, Augengrösse) oder dann im Freiwasserbereich (pelagisch).

 

Sehr beliebt in der Aquaristik

Viele Buntbarscharten sind überaus beliebte Aquarienfische. Zum einen sind Buntbarsche farbenprächtig. Zum anderen ist ihr meist komplexes Sozialleben spannend zu beobachten. Das Sozialleben stellt bei manchen Arten aber auch eine Herausforderung für die Haltung im Aquarium dar, da bei ungenügender Haltung beispielsweise übersteigertes Aggressionsverhalten auftreten kann. Über 300 Arten sind für die Aquaristik verfügbar.


Sozialleben

Buntbarsche zeigen ein hochentwickeltes Sozialverhalten. Im Zusammenhang mit ihrer meist territorialen und sozialen Lebensweise haben sie ein ausgeprägtes Kampf-, Balz- und Brutpflegeverhalten entwicktelt.

Die soziale Organisation ist sehr unterschiedlich. Einige Arten besetzen nur vorübergehend ein Territorium, andere zeitlebens. Es gibt einzelgängerisch lebende Arten und Arten, die in Paaren oder in Familiengruppen leben. Weiter gibt es Arten, bei denen ein Männchen und mehrere Weibchen zusammenleben. Je nachdem wo die Buntbarsche ihren Nachwuchs aufziehen, werden sie in Offen-, Maul- und Höhlenbrüter unterteilt.

 

Spannende Forschungsfragen

In der Forschung werden Buntbarsche gerne wegen ihres Sozialverhaltens studiert. Vor allem das bei wenigen Arten entwickelte Helfersystem hat das Interesse der ForscherInnen geweckt. In der Evolutionsforschung ist die rasante Artentwicklung (adaptive Radiation) in den Ostafrikanischen Seen ein zentrales Thema.

 

Das Amazonasbecken in Südamerika und die drei grossen Seen in Ostafrika, der Tanganjika-, Malawi- und Victoriasee, weisen eine sehr grosse Vielfalt an Arten auf. In wenigen Millionen Jahren haben sich in den Afrikanischen Seen rund 1'500 neue Arten entwickelt, eine enorme Anzahl in erstaunlich kurzer Zeit. Damit stellen die Buntbarsche Afrikas eines der spektakulärsten Beispiele für die Artbildung und für die Entstehung von Artenvielfalt bei Wirbeltieren dar. In gewissen Gebieten ist es durch Freilassungen und Verfrachtungen von Buntbarscharten zu Fauenverfälschungen gekommen, Beispiele sind der Mossambik-Buntbarsch (Oreochromis mossambicus) oder die Niltilapie (Oreochromis niloticus).

 

 

 

Diskus (Symphysodon aequifasciatus), Südamerika

 

Der Diskus ist eine von ca. 30 Buntbarscharten, die ein spezielles Brutpflegeverhalten zeigen. Beide Eltern produzieren Schleim auf ihrer Haut, von dem sich der Nachwuchs eine Zeitlang ernährt. Untersuchungen haben gezeigt, dass der Schleim von brütenden Diskusfischen mehr Antikörper enthält als der von nicht brütenden Diskusfischen.