Schmerz ist tierschutzrelevant

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Literatur zu Schmerz

Wild, M., 2012. Fische. Kognition, Bewusstsein und Schmerz. Beiträge zur Ethik und Biotechnologie, Band 10. (pdf)

 

Segner, H., 2012. Fish. Nociception and pain. Beiträge zur Ethik und Biotechnologie, Band 9. (pdf)

 

Sneddon, L.U., Gentle, M.J., 2001. Pain in Animals. (pdf)

Schmerz
 

Schmerzempfindung - eine persönliche Angelegenheit

Viele Massnahmen oder Handlungen, die der Mensch an Fischen vornimmt, können für die Fische schädlich sein, z.B. wenn die Haut dabei verletzt wird. Immer mehr wissenschaftliche Studien zeigen, dass Fische Schmerzen empfinden. Möglicherweise fühlen nichtmenschliche Tiere Schmerz nicht auf dieselbe Art wie Menschen. Man spricht auch vom „einfachen Schmerz“. Schmerz kann aber für auch für Tiere unangenehm sein und Leiden verursachen. Daher ist Schmerz ein sehr wichtiges Thema in der Biologie, der Tierhaltung und der Tierethik und wird hier ausführlicher behandelt.


Was ist Schmerz?

Bei Tieren wird Schmerz definiert als eine aversive (d.h. unangenehme) und sensorische (d.h. lokalisierbare) Erfahrung (oder Zustand), die dem Tier anzeigt, dass das Gewebe geschädigt ist oder dass die Unversehrtheit des Gewebes bedroht ist. Der Zustand führt zu Veränderungen in der Physiologie und im Verhalten des Tieres. Diese Veränderungen haben verschiedene Funktionen: Sie ermöglichen dem Tier, den Schaden zu reduzieren oder zu vermeiden und zu verhindern, dass der Schaden wieder eintritt. Und sie sollen dazu führen, dass sich das Tier von der Verletzung wieder erholt. 

 

Schmerzempfindung

Die heute gängige Sichtweise von Schmerzempfindung, die sich in der Wissenschaft über letzten Jahren entwickelt hat, ist die einer Schmerzmatrix . Das heisst, dass die Schmerzempfindung nicht aus der Aktivität einer einzelnen Hirnregion entsteht, sondern dass sie das Resultat der Aktivität eines Netzwerks von verschiedenen Hirnregionen (kortikalen und/oder subkortikalen Hirnregionen) sowie dem Hirnstamm ist.

 

Schmerz ist ein bewusstes Erlebnis. Damit Schmerz erlebt werden kann, braucht es bestimmte anatomische und physiologische Voraussetzungen wie z.B. Schmerzzellen, bestimmte Hirnstrukturen oder bestimmte körperliche Reaktionen. Das Empfinden von Schmerzen drückt sich im Verhalten aus und hat auch Einfluss auf die kognitiven Leistungen (informationsverarbeitende Lernvorgänge). Vielen Tieren wird aufgrund von wissenschaftlich fundierten Kriterien ein Schmerzempfinden zugeschrieben.