Wie ein Fisch im Wasser

Blattfisch (Monocirrhus polyacanthus), © C. Kistler - swild.ch
 

Literatur

Würbel, H., 2009. Ethology applied to animal ethics. Appl. Anim. Behav. Sci. 118, 118-127. (abstract)

 

Dawkins, M.S., 2008. The science of animal suffering. Ethology 114, 937-945.

 

Wohlbefinden
 

Tiere empfinden Lust und Frust

Wer Tiere hält oder betreut, ist verantwortlich für ihr Wohlbefinden. Mittlerweile sind sowohl die Gesellschaft als auch ein Grossteil der Forschenden der Meinung, dass Tiere fühlende Wesen sind und Gefühle haben, sie also Angst, Schmerz oder Zufriedenheit und Vergnügen empfinden. In unserem Umgang mit den Tieren ist es also zentral, dass wir ihnen Bedingungen bieten, unter den sie sich wohlfühlen und unter denen sie nicht leiden. 

 

Was ist Wohlbefinden?

Wohlbefinden ist ein Zustand im Tier selbst. Es ist ein Zustand der körperlichen und psychischen Integrität (Unversehrtheit) eines Tiers. Das Wohlbefinden betrifft also das gesamte Lebewesen mitsamt seiner Fähigkeit, sich in seiner Umgebung selber zu erhalten.

 

Wie kann Tierwohl erreicht werden?

Tierwohl kann erreicht werden, wenn das Tier die Möglichkeit hat, sein Verhalten in Form und Funktion normal auszuüben, seine Autonomie zu bewahren und Kontrolle über seine Umgebung auszuüben. Es muss Situationen oder Zustände meiden können, die unangenehm sind (negativ affektive Zustände, z.B. Schmerz, Furcht, Hunger Durst, Langeweile), und solche aufsuchen können, die ihm angenehm sind (positiv affektive Zustände) und es ihm erlauben, seine körperlichen und psychischen Bedürfnisse zu befriedigen. Dies kann am besten in einer Umgebung erreicht werden, in der das Tier sein natürliches Verhalten und seine kognitiven Fähigkeiten ausleben, angenehme Erfahrungen machen, mit seiner Umwelt und seinen eventuellen Sozialpartnern interagieren und seine Ziele erreichen kann.

 

Welche Haltungsbedingungen dem Wohlbefinden des Tiers förderlich sind, wird von der Biologie der Tierart bestimmt. Das Wohlbefinden wird verbessert, wenn durch die Haltung keine Belastungen (Stress, Schmerz, Angst) und keine Verhaltensstörungen auftreten. Gefühle sind subjektive Zustände. Deshalb müssen wir bei Tieren indirekte Methoden anwenden, um etwas über diese Zustände herausfinden und aussagen zu können.

 

Im Schweizer Tierschutzgesetz wird der Begriff Wohlergehen verwendet, siehe Rechtliches.