Rückzugsorte sind wichtig

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Ein Aquarium darf nicht zum Dekorationsobjekt verkommen. Dieses bietet den Fischen keinerlei Verstecke. Gerade in öffentlichen Räumen sind die Fische aber ständig Störungen ausgesetzt.

 

 
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Ein Naturaquarium: Abwechslungsreiche Einrichtung mit vielen Nischen.

 

 

 

Literatur

Walster, C., 2008. The welfare of ornamental fish, In: Branson, E.J. (Ed.), Fish Welfare., Blackwell Publishing Ltd., Oxford, pp. 271-290.

 

 

 

Literatur zu Extremzuchten

Not, I., Isenbuegel, E., Bartels, T., Steiger, A., 2008. Zur Beurteilung von Tierschutzaspekten bei Extremzuchten von kleinen Heimtieren. (Assessment of animal welfare aspects in extreme breeds of pet animals.) Schweiz. Arch. Tierheilkd. 150, 235-241. (abstract)

Haltungsprobleme
 

Zierfische sind empfindliche Wesen

Die Haltung von Zierfischen ist eine verantwortungsvolle Aufgabe. Wie bei allen Tierhaltungen muss man stets kontrollieren, ob es den Tieren gut geht und die Haltungsbedingungen stimmen. Es gibt bei der Fischhaltung im Aquarium und der Zucht zahlreiche Aspekte, die man beachten muss und bei denen Probleme auftreten können:

 

-      Transport: Schlechte Transportbedingungen führen während des (schlechte Wasserqualität, enge Platzverhältnisse) und nach Ankunft des Transports (zu schnelles Umsetzen ins Aquarium) oft zu einer hohen Sterblichkeit.

-      Platzangebot: Zu kleine Aquarien können zu Stress führen.

-      Wasserqualität: Eine schlechte Wasserqualität kann zum Tod von Fischen führen. Dies ist eine der häufigsten Ursachen, dass Fische sterben.

-      Fütterung: Zuviel oder zuwenig Futter und die falsche Art von Nahrung können zu einem schlechten Gesundheitszustand und so zu einer erhöhten Sterblichkeit führen.

-      Soziale Zusammensetzung: Ein ungeeignetes soziales Umfeld (das Fehlen von sozialen Kontakten, ungünstige Dichten oder Artenkombinationen) können die Gesundheit der Fische verschlechtern und chronischen Stress verursachen.

-      Handhabung: Physische Störungen (z.B. Verletzungen an der Haut) durch das Handhaben der Fische können Stress und Krankheiten verursachen.

-    Züchtung: Auch durch die Züchtung verschiedener Varietäten (Extremzuchten, genetisch modifizierte Arten) kann das Wohlbefinden der Fische beeinträchtigt werden. (siehe Rechtliches)

 

 

Zucht und Qualzucht

In der Zucht von Fischen muss angestrebt werden, dass die Fische ihr arteigenes Verhalten ausleben können, eine ungestörte Entwicklung vom Ei bis zum erwachsenen Tier durchlaufen und sich problemlos fortpflanzen können. Die durchschnittliche Lebensdauer sollte auch bei den gezüchteten Varietäten erreicht werden.

Bei der Zucht von Zierfischen kommt es häufig zu Veränderungen bei den Flossen, den Augen, der Körperform und –farbe. Wenn es durch die Zucht zu derart extremen Veränderungen kommt, dass die Fische nicht mehr richtig sehen, kommunizieren, sich sozial verhalten, fressen oder schwimmen können und nur beschränkt lebensfähig sind, kann man von einer Qualzucht sprechen.

Beispiele für Extremzuchten (in Klammer betroffener Körperteil):

 

  • Goldfische: Teleskopauge, Himmelsgucker, Blasenauge (Augen), Ranchu und Pompon (Nase), Schleierschwänze, Tosa, Eiformen (Flossen), Perlschupper (Haut).

Bei den Goldfischen haben viele der Formen auch verkrümmte Wirbelsäulen, was analog zu den Veränderungen an den Flossen das Schwimmverhalten beeinträchtigt.

  • Guppies: Schleierschwänze (Flossen), Berliner Guppy, Wiener Guppy (Begattungsorgan)
  • Kampffische: Schleierschwänze (Flossen), Kampfzuchtformen (gesteigerte Aggressivität)
  • Segelflosser: Schleierflossige Formen (Flossen), Farbvarianten (Haut)
  • Diskusfisch: Farbvarianten (Haut)

 

Verbotene Zuchten siehe Rechtliches

 
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  Qualzuchten bei Goldfischen sind leider sehr häufig.