Forschungsobjekt

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Literatur

BVET, 2009. Bundesamt für Veterinärwesen. Tierversuchstatistik

 

Huntingford, F.A. et al., 2006. Current issues in fish welfare. J. Fish Biol. 68, 332-372. (abstract)

Ankley, G.T., Johnson, R.D., 2004. Small fish models for identifying and assessing the effects of endocrine-disrupting chemicals. Ilar J. 45, 469-483. (abstract)

 

Powers, D.A., 1989. Fish as model systems. Science 246, 352-358. (abstract)

Laborfische
 

Fische als Tiermodelle

Fische werden in der Forschung immer häufiger als Versuchstiere genutzt. So ist beispielsweise der Zebrafisch (Danio rerio) zu einer äusserst wichtigen Modelltierart in der biomedizinischen und neurologischen Grundlagenforschung geworden, vergleichbar mit der Labormaus.

 

Vermehrt werden in Tierversuchen Säugetiere durch Fische ersetzt, wenn es das Versuchsprotokoll erlaubt. Mittlerweile sind Fische nach Mäusen und Ratten die am dritthäufigsten verwendeten Labortiere. Dies zeigt, wie wichtig die Frage nach der artgerechten Haltung auch bei Laborfischen ist.

Breit eingesetztes Versuchstier
Ein weiteres wichtiges Forschungsgebiet ist die Erforschung der Giftigkeit von Stoffen (Toxikologie) für Mensch und Umwelt. Da Fische sehr sensibel auf belastetes Wasser reagieren, eignen sie sich für solche vom Gesetz geforderten toxikologischen Tierversuche besonders gut. Mittlerweile wird angestrebt, solche Tests möglichst an Fischembryos oder an Fischeiern durchführen zu können.

 

Auch bei der Neuentwicklung von Arzneimitteln wird an Fischen getestet, wie die darin enthaltenen Wirkstoffe wirken. Seit längerem werden Fische in der Entwicklungs- und Evolutionsbiologie sowie der Verhaltensökologie untersucht.

Grosser Informationsbedarf

Es gibt verschiedene Gründe, warum die Haltungsbedingungen von Laborfischen untersucht werden müssen:

  • Fische werden in zunehmender Anzahl in der Forschung eingesetzt (z.B. Toxikologie, Neurobiologie, medizinische Grundlagenforschung).
  • Die Kenntnisse über ihre artgerechte Haltung sind noch immer bescheiden.
  • Die Haltung von Laborfischen ist meist stark standardisiert und sehr restriktiv (kleine, unstrukturierte Aquarien, hohe Dichten), was dem Wohlbefinden der Fische abträglich sein kann (physische, physiologische und verhaltensbedingte Einschränkungen).
  • Die Tierpflegepraxis kann bei den Fischen Stress auslösen (einfangen, behändigen, etc.).
  • Neue Erkenntnisse zeigen, dass Fische komplexe Wesen mit vielfältigen Bedürfnissen und Fähigkeiten sind.
  • Untersuchungen im Bereich der Stress-, Kognitions- und Schmerzforschung belegen, dass auch Fische leidensfähig sind.
  • Laborfischen soll wie den Labormäusen und anderen Versuchstieren eine möglichst artgerechte Haltung und Pflege geboten werden. Als Grundlage dazu braucht es wissenschaftlich basierte Informationen zur Ökologie und zum Verhalten der verschiedenen Laborfischarten.
  • Fische sind zwar seit 2005 im Schweizer Tierschutzgesetz erwähnt, aber bei den Mindestanforderungen für das Halten von Versuchstieren im Anhang der Tierschutzverordnung (2008) fehlen Angaben zu Fischen. Auch diese Lücke im Gesetz sollte dringend geschlossen werden.