Was brauchen Laborfische?

© Lukas Roth
 

Literatur Enrichment Laborfische

Williams, T.D., Readman, G.D., Owen, S.F., 2009. Key issues concerning environmental enrichment for laboratory-held fish species. Lab. Anim. 43, 107-120. (abstract)

 

Burns, J.G. et al. 2009. Rearing Environment Affects the Brain Size of Guppies: Lab-Reared Guppies have Smaller Brains than Wild-Caught Guppies. Ethology 115, 122-133. (abstract)

Zusammenfassung Fischbibliothek

 

 

 

Literatur Enrichment Labortiere

Bayne, K., Würbel, H., 2014. The impact of environmental enrichment on the outcome variability and scientific validity of laboratory animal studies. Rev. Sci. Tech. Off. Int. Epizoot. 33, 273-280. (abstract)

 

Sherwin, C.M., 2004. The influences of standard laboratory cages on rodents and the validity of research data. Anim. Welfare 13, S9-S15. (abstract)

Laborhaltung
 

Wissenslücken vorhanden

Laborhaltung bedeutet für die meisten Labortiere ein Leben unter einschränkenden Bedingungen. Oft tauchen in solchen Haltungssystemen Probleme im Verhalten der Tiere auf, weil die Tiere ihr natürliches Verhalten nicht ausleben können. Auch die Laborhaltung von Fischen muss auf ihre Artgerechtheit hin kritisch überprüft und verbessert werden.
 
Standardisierte Haltungsbedingung: hygienisch und praktisch
Im Labor müssen die Haltungssysteme vor allem praktischen und hygienischen Kriterien entsprechen. Daher werden die meisten Laborfische in kleinen, unstrukturierten Aquarien gehalten, die einfach zu reinigen und in denen die Tiere gut zu überwachen sind. Meist sind diese Aquarien in Mehrfachgestellen untergebracht, die ganze Räume füllen. Es gibt Firmen, die darauf spezialisiert sind, Anlagen zur Haltung von wasserlebenden Organismen herzustellen und zu installieren. Durch elektronische Überwachung wird in solchen Haltungssystemen auch die erforderliche Wasserqualität gewährleistet.

Fischwohl beeinträchtigt
Studien bei anderen Labortierarten wie z.B. Mäuse haben gezeigt, dass diese Tiere unter unzureichenden Haltungsbedingungen leiden. Weiter wurde gezeigt, dass eine normale Hirnentwicklung abhängig von den Umweltbedingungen ist.

Fische sind Tiere mit einem differenzierten Verhalten. Sie verfügen über kognitive Fähigkeiten, die auf neuronalen Mechanismen basieren, die mit denjenigen von Säugern und Vögeln vergleichbar sind.

 

Daher kann davon ausgegangen werden, dass auch Fische unter restriktiven Haltungsbedingungen leiden. Unzureichende Haltungsbedingungen können ausserdem zu abnormalem Verhalten führen. Dies wiederum könnte die Gültigkeit der Studienresultate beeinträchtigen.


Wissenslücke bei der artgerechten Haltung
In der Tierschutzforschung ist die artgerechte Haltung von Labortieren ein wichtiges Thema. In Studien wird untersucht, wie die Laborhaltung verbessert werden kann. Häufig wird dazu das Konzept zur Anreicherung der Umwelt (Environmental Enrichment) angewendet. Die meisten Studien wurden mit Nagetieren (Mäusen, Ratten) gemacht. Bisher wenig Aufmerksamkeit haben hingegen die Laborfische erhalten. Hier besteht eine grosse Wissenslücke.

 

 
© C. Kistler / swild.ch