Kategorie: Sozialverhalten
 

Soziale Mantas (2019)* >>

Riffmantas (Mobula alfredi) leben in West Papua, Indonesien, und sind vom Aussterben bedroht. Damit man Schutzmassnahmen ergreifen kann, muss man verstehen, wie sich Riffmantas sozial organisieren. Die Wissenschaftler haben während fünf Jahre verschiedene Gruppen von Riffmantas untersucht und erhielten so erstmals ein differenziertes Bild von deren Sozialleben. In über 3400 Begegnungen konnten sie knapp 600 Tiere identifizieren. Die Mantas konnten sie dabei durch die individuelle Zeichnung der Bauchunterseite unterscheiden.

 

Die Analysen der Daten ergaben ein Bild einer sehr komplexen Gemeinschaft, bestehend aus zwei grossen, lose miteinander verbundenen Gruppen; eine gemischtgeschlechtliche Gruppe und eine Gruppe aus vorwiegend weiblichen Tieren. Besonders die weiblichen Riffmantas formten langanhaltende Freundschaften. Die einzelnen Tiere und vor allem die Weibchen bevorzugten zudem bestimmte Putzstationen, die wohl als Orte der Geselligkeit und des Informationsaustauschs dienen. Die Erkenntnisse aus dieser Studie sind von grosser Wichtigkeit, damit die Riffmantas wirkungsvoll vor menschlichen Störungen geschützt werden können.

 

Perryman et al., 2019. Social preferences and network structure in a population of reef manta rays. Behav. Ecol. Sociobiol. 73. (abstract)

 

Youtube-Beitrag der Autoren

 

 

 

Urin als wichtiges Signal in Konflikten (2017) >>

Feenbuntbarsche setzen in Auseinandersetzungen aktiv Urin ein, um Rivalen auf Distanz zu halten. Die visuellen Signale alleine reichen nicht aus, damit die Fische angemessen reagieren können, es braucht die chemischen Signale dazu (Bayani et al, 2017).

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Wasserwechsel beeinflusst die Kommunikation (2017) >>

Fische nutzen chemische Stoffe in verschiedenen Situationen, um Informationen zu erhalten, auszutauschen oder auszusenden. Diese Stoffe werden direkt in Wasser abgegeben. Wenn nun im Aquarium ein Wasserwechsel gemacht wird, hat dies einen Einfluss auf die soziale Organisation bei Skalaren (Gauy et al 2017).

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Verminderte Aggressivität durch Vergesellschaftung (2011) >>

Die Vergesellschaftung von verschiedenen Zierfischenarten ist beliebt, aber nicht ohne Probleme. Je nachdem, welche Arten zusammen gehalten werden, kann sich das Verhalten der einzelnen Arten verändern (Sloman et al, 2011).

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Dominant und erfolgreich (2010) >>

Soziale Beziehungen beeinflussen den Zugang zu wichtigen Ressourcen und haben Auswirkungen auf den Fortpflanzungserfolg (Paull et al, 2010).

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Fortpflanzung unter naturnahen Bedingungen (2010) >>

Die Haltungsbedingungen, unter denen Versuche durchgeführt werden, können einen Einfluss auf das Verhalten von Tieren haben (Hutter et al, 2010).  

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Gruppenleben, soziales Lernen und Tradition (2010) >>

Tiere erwerben Fähigkeiten und Kenntnisse von anderen Tieren. So beobachtet man auch bei Fischen soziales lernen und Traditionen (Lindeyer & Reader, 2010).

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In grossen Gruppen lebt sichs manchmal besser (2010) >>

Viele Zierfische leben natürlicherweise in lockeren Gruppen. Im Aquarium ist die geeignete Grösse der Gruppe je nach Art verschieden und kann durch Beobachten des Aggressionsverhaltens bestimmt werden (Saxby et al, 2010).

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Rangniedere Tiere sind gestresster (2010) >>

Physiologische Untersuchungen zeigen, dass der soziale Status den Zustand von Fischen, die in Gruppen leben, beeinflussen kann (Filby et al, 2010).

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Aktive Gruppen sind beliebter (2001) >>

Das Gruppenleben bringt Vorteile fürs Überleben. Bei Zebrafischen scheint nicht nur die Grösse der Gruppe eine Rolle zu spielen, sondern auch deren Aktivität (Pritchard et al, 2001).

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