Unterwasserwelten

 

 

 

 

 

 

 

 

 
© Daniel Hegglin / swild.ch

Die Schleie (Tinca tinca) hat einen endständigen, vorstülpbaren Mund. Sie frisst kleine Wasserorganismen wie Zuckmücken, Weichtiere oder Krebschen, aber auch pflanzliche Kost.

 

 

 

 

 

 

 

Infos zu älteren Beiträgen

 
Videostill, © H. Weyrich

Die Rotfeder mit ihren typischen roten Flossen und dem obeständigen Maul.

 

 

 
© D. Hegglin / swil.ch

Der Egli besitzt auf der vorderen Rücken- und der Afterflosse spitzige Stachelstrahlen und einen starken Stachel auf dem Kiemendeckel. 

 

 

 

Medienbeiträge

"Ganz schön laut unter Wasser", SRF 2017.

Spannende Radiosendung zur Lautsprache von Fischen.

Die Laute vom Egli sind ab Minute 10.09 zu hören.

 

 

 

Literatur

Roland Kurt, 2010. "Stumm wie ein Fisch? Das akustische Leben im Süsswasser." Verlag Andreas Mächler, Riehen.

Fisch-Videothek
 

Mit fischwissen abtauchen

Die Rubrik präsentiert Videos zu verschiedenen Fischarten und Themen.

 

 

 

Aktuell

 

Zeit für Nachwuchs

Wenn in den Sommermonaten das Wasser wärmer wird, pflanzen sich verschiedene einheimische Fischarten fort, bespielsweise die Schleie. Auch ein Neuankömmling, der Sonnenbarsch, ist momentan noch mit dem Laichgeschäft beschäftigt.

 

Die beiden folgenden Videos dokumentieren das Ablaichen der beiden Arten.

 

Laichende Schleien im Zürichsee

© Daniel Hegglin / swild.ch

Die grün bis kupferfarbige Schleie (Tinca tinca) lebt in strömungsarmen Gewässern wie dem Zürichsee. Häufig ist sie alleine unterwegs, manchmal aber auch in Gruppen. Mit zwei bis sechs Jahren wird sie geschlechtsreif. Die Männchen sind an den grossen, robusten Bauchflossen zu erkennen. Beträgt die Wassertemperatur 19 Grad, kommen die Schleien in Forpflanzungsstimmung und suchen seichte Stellen mit vielen Pflanzen auf. Das Weibchen gibt über Hundertausend Eier ins Wasser ab, die an den Wasserpflanzen haften bleiben. Die kleinen Larven schlüpfen nach einigen Tagen und ernähren sich von Plankton. Schleien erreichen üblicherweise eine Grösse von 30 bis 40cm und ein Gewicht von rund 1kg, es gibt aber auch grössere Individuen. Wenn die kleinen Larven es schaffen zu überleben, haben sie ein recht langes Leben vor sich: Sie können bis zu 20 Jahre alt werden! (Quelle: Fischatlas Schweiz, 2018)

 

Im Video sieht man ca. bei Sekunde 53, wie der Laich ausgestossen wird.

 

Ein Sonnenbarschpaar beim Ablaichen

© Sarah Woodtli / stadtwildiere.ch

Der Sonnenbarsch (Lepomis gibbosus) stammt ursprünglich aus Nordamerika, in der Schweiz ist er ein Neozoon (mehr Informationen zu dieser Art siehe unten). Das Paar dreht sich im Kreis und laicht gemeinsam in die vom Männchen angelegte und verteidigte Grube im Kies ab. Das dunklere Indviduum auf dem Bild ist das Weibchen, das hellere und etwas grössere ist das Männchen. Das Männchen übernimmt die Pflege der Eier und Larven, während sich das Weibchen weiter mit anderen Männchen verpaart.

 

 

 

 

Archiv

 

Rotfedern im Neuenburgersee

 

Die Filmaufnahmen wurden fischwissen freundlicherweise von H. Weyrich zur Verfügung gestellt.

 

Die Rotfeder (Scardinius erythrophthalmus) ist in Eurasien beheimatet, wobei sie auf der Iberischen Halbinsel, Italien, Griechenland und im nördlichen Europa natürlicherweise nicht vorkommt. Sie lebt in Gruppen und ernährt sich von Plankton, Insekten und Pflanzenmaterial. Vorzugsweise hält sie sich in stehenden Gewässern und in fliessenden Gewässern in den verkrauteten Bereichen auf. Typisch sind der hochrückige und seitlich abgeflachte Körper sowie die roten Flossen und ein oberständiges Maul. Sie wird 20 bis 40 cm gross und kann über 10 Jahre alt werden (Fisch-Atlas, Fauna Helvetica). In der Schweiz ist ihr Vorkommen nicht bedroht (Rote Liste-Status: LC, CSCF)

 

 

 

 

 

 

 

Egli-Jagdgesang

Diese eindrückliche Ton-Aufnahme (Fischwissen Vimeo-Kanal) von Roland Kurt macht den Flussbarsch auch akustisch erfahrbar. Eglis setzen beim Jagen solche Lautsalven ein, um ihre Beutefische zu erschrecken. Diese flüchten und verlassen mitunter den schützenden Schwarm und werden so zur leichten Beute.

Die Laute wurden mittels Hydrofon aufgenommen und fischwissen freundlicherweise von Roland Kurt zur Verfügung gestellt.

 

 

 

   

Begegnungen im Zürichsee. Eglis sind neugierige Tiere und reagieren auf Neues in ihrer Umwelt. Sie sind häufig in Gruppen anzutreffen. Fächert der Egli seine vordere Rückenflosse auf, ist der der dunkle Fleck gut zu erkennen, ein typisches Merkmal für diese Art. (alle 4 Egli-Filme © Daniel Hegglin / swild.ch)

 

Der Egli oder Flussbarsch ist eine in Europa und Asien verbreitete Fischart. In der Schweiz lebt die Art vor allem in Seen und eher ruhigen Fliessgewässern. Die erwachsenen Egli ernähren sich vorwiegend von Fischen und Krebsen. 

 

Ein spannender, wenig bekannter und wenig untersuchter Aspekt der Biologie der Fische ist die akustische Kommunikation (s. Sinnesvielfalt). Auch der Egli setzt verschiedene Laute ein, wie der Hobbyforscher Roland Kurt in seinen Aufnahmen und seinem Buch dokumentiert hat (s. Radiosendung rechte Spalte). Die Laute sind abhängig von der Grösse der Individuen. Die kleineren geben leisere, piepsende oder pfeifende Laute ab, die grösseren lautere und tieffrequentere Laute. Bemerkenswert sind die Lautsalven, die sie beim Jagen ausstossen.

 

Da der Egli als Speisefisch sehr beliebt ist, wird er vermehrt in Aquakulturen gezüchtet. In der Schweiz gibt es bisher zwei Fischzuchten, die für den hiesigen Markt produzieren. Konsumiert werden die Filets, wobei bei der Herstellung eines Filets 60% des Fisches als Schlachtabfall zurückbleiben. Eglis sind stressanfällig, ihre Zucht unter intensiven Bedingungen problematisch. Zudem braucht er als Raubfisch tierische Proteine, die in der Regel mit fischhaltigem Futter zugeführt werden (FishEthoBase).  

 

 

 

 

   

© Daniel Hegglin / swild.ch

 

In Nordamerika besiedelt der Sonnenbarsch unterschiedliche Gewässer wie Teiche, kleinere Flüsse und auch die Grossen Seen. Er ernährt sich von kleinen Fischen und anderen Wirbeltieren sowie von Fischeiern.

 

Als Aquarien- und Teichfisch ist die Art in die Schweiz gelangt. Durch passive oder aktive Freisetzungen gelangte sie in die verschiedenen Gewässer und ist heute fast im gesamten Mitteland sowie im Südtessin verbreitet. In Europa hat sich der Sonnenbarsch in mindestens 28 Ländern etabliert, auch in Kleinasien und Südamerika ist er nachgewiesen. Es gibt Hinweise, dass er mit einheimischen Arten in Nahrungskonkurrenz steht (Copp et al. 2017).

 

Der Sonnenbarsch gilt als invasive Art. Das Aussetzen von Aquarienfischen ist verboten und eine Tierquälerei  (siehe Gesetzgebung Fischerei).

 

 

Copp, G.H. et al, 2017. Trophic consequences of non-native pumpkinseed Lepomis gibbosus for native pond fishes. Biological Invasions 19, 25-41. (abstract)